Musikmesse Midem: Web 2.0 statt Plattenvertrag

Wahlkämpfende Politiker haben das Internet als Geldquelle entdeckt – wie die erfolgreiche Mikrospenden-Kampagne des in diesen Stunden ins Amt eingeführten US-Präsidenten Barack Obama bewies – und auch Musiker profitieren von kleineren und größeren Beträgen aus dem Netz. Während auf der Musikmesse Midem in Cannes angeichts schwerer Zeiten für die Branche vielfach über Geld gesprochen wurde, wollen sich Musiker bei der Finanzierung ihrer Projekt nicht mehr ausschließlich auf die Labels verlassen: Sie entdecken den Fan als Investor.

Und das Netz bringt Musiker und investitionsbereite Musikfans zusammen. Auf dem Messegelände in Cannes werben mehrere Plattformen um die “musikalische Mittelschicht”, wie Topspin-Gründer und Gnutella-Mitentwickler Ian Rogers dies in einer Debatte auf der Midem ausdrückte. Topspin ist einer von vielen neuen Anbietern, die Tools fürs Marketing und die Betreuung von Fangemeinden anbieten will. Immerhin 29 Künstleralben half das niederländische Portal Sellaband seit 2006 zu finanzieren. Über die Website werden für jedes Projekt 50.000 US-Dollar in kleinen Einheiten von jeweils 10 Dollar gesammelt. Kommt die Summe zusammen, wird das Album produziert und die Verkaufserlöse für fünf Jahre jeweils zur Hälfte zwischen Künstler und den “Believer” genannten Investoren geteilt. Die Fans bekommen dazu eine CD aus der ersten Pressung. Der Plattformbetreiber wird mit 5000 Dollar aus dem Produktionsbudget entgolten sowie 10 Prozent der Einnahmen aus der Erstverwertung. Davon erhält der Künstler 60 Prozent, die verbleibenden 30 Prozent werden unter den Investoren verteilt.

Ein ähnliches Konzept verfolgt inzwischen auch das Portal Slicethepie. Manche Künstler akquirieren Investitionen auch ohne diese immer elaborierteren Plattformen. Schon 1993 finanzierten Fans der britischen Band Marillion eine US-Tour, die für die Gruppe sonst nicht zu bezahlen gewesen wäre. Die ersten 10.000 Dollar seien schon zusammengekommen, bevor er die Band überhaupt informieren konnte, berichtete Mark Kelly, Keyboarder von Marillion. Seit 2001 finanziert Marillion seine Alben durch bezahlte Vorbestellungen.

So machte es Anfang 2008 auch die US-Songwriterin Jill Sobule, die nach mehreren Vertägen mit einem Major und mehreren Bankrott gegangenen Indie-Labels die Nase voll hatte. Sobule überlegte sich gestaffelte Beiträge: für 500 Dollar wird der Name in einem Song erwähnt, für 5000 gibt’s ein Konzert daheim und der ultimative Fan kann für 10.000 Dollar gleich mitsingen. Mit Autotune-Nachbearbeitung klang das dann auch gut, sagte Sobule.

Andere Tools für die Musiker bieten die stärker auf die Vermarktung ausgerichteten Plattformen. US-Anbieter Sonicbids etwa versteht sich als “Matchmaker” zwischen Musikern und potenziellen “Kunden”, etwa Konzertveranstaltern. So suchte die Midem selbst über Sonicbids Gruppen aus, die in Cannes auftreten können. Die Künstler stellen ihre Musik sowie weitere relevante Informationen zur Verfügung und werden über die Nachfrage von Veranstalterseite informiert. Für den einen Künstler sei auch ein kleiner Vertrag über die Nutzung seiner Musik für eine Werbekampagne interessant, sagt Sonicbids Chef für das operative Geschäft, Ford Englander. “Mit einem Label müsste die Werbeagentur lange verhandeln”, erklärt der Manager. Unternehmen wie Sonicbids, das 39 Mitarbeiter beschäftigt, machten das “Ökosystem ein bisschen effektiver”. 2007 vermittelte Sonicbids auf diese Weise immerhin 60.000 Engagements. Auch die Labels beobachten, was auf diesen Plattformen passiert. Einige Sellaband-Künstler sind in Verhandlungen über Verträge mit großen Musiklabels.

Die Digital-TV-Plattform Kyte berichtete unmittelbar vor der Midem, dass sie nun einen Vertrag mit Universal Music Publishing abgeschlossen hat. Über Kyte können die Musiker Fotos, Videos und vor allem auch Livestreams leicht ins Netz stellen – ganz aktuell kann man etwa den Musiker John Legend bei der Party des künftigen US-Präsidenten Obama sehen. Die Seite erleichtert auch das Schalten von Anzeigen. Bislang sollen ein “paar hundert” Künstler das Angebot nutzen. Mit dem Universal-Vertrag dürften es deutlich mehr werden. (Monika Ermert) / (vbr/c’t) Quelle www.heise.de

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Illegal kommt besser an?

Gemäss einen Bericht von 20 Minuten vom 7.8.:

Sogar wenn das gleiche Angebot legal und gratis zur Verfügung steht, besorgen sich User die gewünschte Musik lieber auf illegalem Weg.

Diese Erkenntnis liegt zumindest nach einer soeben veröffentlichten Studie der britischen Musikverwertungsgesellschaft MCPS-PRS und des Marktforschungsunternehmens Bigchampagne nahe. Diese haben festgestellt, dass das neue Album der Erfolgsband Radiohead «In Rainbows» massenhaft illegal heruntergeladen wurde, obwohl die Gruppe es kostenlos im Netz anbot.

Das ungewöhnliche Veröffentlichungskonzept der Band liess die Fans selbst entscheiden, ob und wie viel sie für das Album bezahlen wollten. Während der zwei Monate, in denen das digitale Album legal und kostenlos im Internet erworben werden konnte, haben es sich rund 2,3 Millionen Menschen über BitTorrent-Quellen im Internet besorgt, berichtet Cnet. Diese «gigantische Zahl» übersteige bei weitem die bisher bekannten Angaben zum Ausmass der über die offizielle Homepage der Band getätigten Album-Downloads.

«Inhaber von Urheberrechten sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass sich die Tauschbörsen hartnäckig halten. Sie sind unglaublich beliebt und werden niemals verschwinden», zitiert die «Financial Times Deutschland» Bigchampagne-Chef Eric Garland.

Radiohead hat die Popularität ihres Albums trotzdem viel gebracht. Unter anderem eine enorme Nachfrage nach Konzertkarten für die diesjährige Tour, so Garland.

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Evt. müssen Bands sich überlegen was für Content sie auf ihren eigenen Webpage veröffentlichen und im Fall Radiohead wurde die Platte auch über iTunes für Sfr. 15 angeboten.

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Musik direkt ab Web verkaufen und Fans machen das Video

Nine Inch Nails machen vor wie es geht. Nachdem sie ihr Album ‘Ghosts I-IV’ direckt ab ihrer Web Seite verkaufen: www.nin.com (Download: von 9 Song Gratis bis 5$ für das ganze das ganze Album aber auch als Doppel CD bis zur limitierten (über 2500. Stück) Super Delux Version inkl. Vinyl für 300$) was ihnen locker mehr als eine Milion $ einbrachte, Fordern sie nun die Fans auf die Videos zum Album zu produzieren und NIN FILM FESTIVAL (948 Videos bis Dato) Die Band setzt die neuen Medien sehr gut für die eigenen Zwecke ein, Auch benützen sie neben Youtube, Flicker und RSS News Feeds.

Ich bin gespannt wieviel Bands diesem Trend noch folgenwerden, Also wenn Bands die Major 360 Grad Strategie selber nutzen. Den Fan kann es freuen, er kann Musik massive günstiger und erst noch direkt von der Band bekommen.

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Wer abrockt, wird oft abgezockt

Ein Bericht vom Beobachter Sie haben Potential, wollen nach oben – und würden dafür fast alles unterschreiben. Doch die Branche ist hart: Nachwuchsmusiker müssen zwar nicht zwingend Noten lesen können – Verträge aber schon.


«Wir waren einfach naiv», sagt Muriel Rhyner, Sängerin der Zuger Rockband The Delilahs. 2005 entdeckt, rockte das Trio bereits 2006 schweizweit ein Massenpublikum und beeindruckte mit zwei Auftritten in London. Hiesige Musikjournalisten sahen die drei Frauen bereits mit Gitarre, Bass und Schlagzeug in Wachs gegossen im Rockolymp stehen, zwischen Rolling Stones und Janis Joplin. An diesem Szenario nicht unbeteiligt war das Management der vielversprechenden Band, die Zuger Firma Fish Food Music. Man sah das Potential der drei Frauen und trieb sie kräftig an. Fish Food Music sei «das Beste, was uns passieren konnte», sagte Muriel Rhyner damals zu einem Journalisten. Und alle glaubten es. Und alle warteten auf die erste Delilahs-CD, die schon 2005 angekündigt worden war. Aber ein Tonträger der Hype-Band blieb aus. Grund: Die drei hatten – jung, ambitioniert und gutgläubig wie sie waren – Verträge unterzeichnet, «deren Inhalt wir nicht verstanden», wie die Sängerin rückblickend erklärt.

Es stellte sich heraus, dass es Knebelverträge waren. Die Band hatte zu viele Rechte abgetreten. Ihr Mitspracherecht war extrem eingeschränkt, Unstimmigkeiten mit dem Management blockierten schliesslich auch ihr CD-Projekt. Und die Band konnte die Geschäftsbeziehung auch nicht ohne weiteres auflösen: «Unser Vertrag enthält eine Klausel, die besagt, dass wir dem Management auch nach Beendigung der Zusammenarbeit finanziell verpflichtet sind – während weiterer 15 Jahre», sagt Rhyner. «Aber wir hatten das Gefühl, wir würden ohne diesen Schritt die Chance unseres Lebens verpassen.»

Blindlings ins Unglück

Martin Stricker erging es als Teenager mit seiner Metal-Band Celtic Frost ähnlich. Anfang der achtziger Jahre − alle Bandmitglieder waren 18 oder jünger − verschickte Celtic Frost Demotapes. Schliesslich bot eine Berliner Plattenfirma einen Vertrag an. Ein «Seelenverkauf»-Vertrag, wie Bassist Stricker heute sagt. Einer, mit dem ihnen die Plattenfirma «vorne ganz viele Rechte einräumte, die sie zuhinterst in komplizierter Juristensprache alle wieder rückgängig machte». Die Band wurde berühmt, brachte es aber auf keinen grünen Zweig. Auch Aussteigen ging nicht: «Wenn ein Vertrag sogenannte Optionen von Seiten der Plattenfirma enthält, können sie immer wieder sagen, dass sie noch eine weitere Platte von dir wollen», sagt Stricker.

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Sollen Bands noch eigen Videofilme drehen?

Nachdem die Musiker immer mehr auf ihre Ausgaben gut kalkulieren müssen stellt sich die Frage sollen die Bands noch teuere Musikvideos produzieren oder sollen sie dies outsourcen an talentierte Jungfilmer? Mit Youtube.com hat sich ein neuer Trend in Sachen Musikvideos unter jungen Kreativen etabliert. Man nehme ein Musikstück und mache sein eigenes Musikvideos.

Ein gutes Beispiel ist das von Track: Daft Hands – Harder, Better, Faster, Stronger von der französischen Band Daft Punk. Das Video wurde auf Youtube.com bis dato ca. 15 Mio. (update 15.10.09: 34. Mio.)angesehen, innerhalb eines Jahrs. Während das Original Video grad mal 1,2 Mio. angesehen haben.

Das Original Video wurde leider vom Netz genommen

Als Musiker/Band kann man das grad auch umkehren und grad die Community aufrufen ein Musikvideo zu machen.

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Sollen Bands noch Videso selber drehen?

Nachdem die Musiker immer mehr auf ihre Ausgaben gut kalkulieren müssen stellt sich die Frage sollen die Bands noch teuere Musikvideos produzieren oder sollen sie dies outsourcen an talentierte Jungfilmer?

Mit Youtube.com/Facebook unc Co. hat sich ein neuer Trend in Sachen Musikvideos unter jungen Kreativen etabliert. Man nehme ein Musikstück und mache sein eigenes Musikvideos.

Ein gutes Beispiel ist das von Track: Daft Hands – Harder, Better, Faster, Stronger von der französischen Band Daft Punk. Das Video wurde auf Youtube.com bis dato ca. 15 Mio. (update 15.10.09 34. Mio.)angesehen, innerhalb eines Jahrs. Während das Original Video grad mal 1,2 Mio. angesehen haben.

Das Original Video wurde leider vom Netz genommen

Als Musiker/Band kann man das grad auch umkehren und grad die Community aufrufen ein Musikvideo zu machen.

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Umbruch in der Musikbranche, was passiert mit dem Musiker …………

Die Musikbranche ist im Umbruch, man liest erstaunliches; 2,5 Mio. Musikstücke gratis im Internet (Quelle: Sonntagszeitung ). Was soll das, nachdem wir uns mit diversen Salami Hiobsbotschaften wie, illegale Kopien, illegalen Tauschbörsen, illegalen Musik Contentanbieter (Russland) wohl und übel abgefunden haben, kommt der Todesstoss für alle Musik schaffenden. Nicht wenige schauen sehnsüchtig zurück als die Musik noch analog, sprich auf Vinyl verkauft wurde; keine Probleme mit dem digitalen ‘Shit’.

Aber wie alles hat es zwei Seiten und die Musik schaffende müssen sich neu organsieren, die Zeit der grossen Plattenfirmen ist wohl endgültig vorbei. Sie werden wohl keine fetten Vorschüsse zahlen (könne) um sich so die Rechte und Abhängigkeit der Künstler zu erkaufen.

Die Chance für Künstler sich wieder als ICH.AG selbständig zumachen. Eigen Communitys Aufbauen, Musik selber Verkaufen, zu Preisen die voll umfänglich ihnen zukommt. Hat doch auch was Gutes; ich kauf ja den Wein auch am liebsten beim Weinproduzent selbst, der Bezug zur Musik wird ein anderer.

Ich werde hier meine Gedanken zu dem Thema auf meine unabhängige Art und Weise veröffentlichen.

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